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Meister im Trällern, Wiehern und Quaken

Vogelpfeifer Peter Berger schlägt auf dem Jahrmarkt besondere Töne an Memmingen (ver).

Mitten auf dem Memminger Jahrmarkt tummeln sich Esel, Frösche und Singvögel. Das könnten Besucher zumindest glauben, wenn sie die täuschend echten Tierstimmen-Imitationen von Peter Berger hören. Der 46-Jährige ist heuer zum ersten Mal mit seinen "Vogelpfeiferln" auf dem Volksfest zu Gast.

"Mein Großvater hat vor 75 Jahren schon auf dem Oktoberfest in München gepfiffen", erzählt Berger stolz. Außerdem ist dem Bayern das Zwitschern mit den Plättchen aus Pappe buchstäblich in die Wiege gelegt: "Ich habe als Kind den Schnuller ausgespuckt und wollte ein Vogelpfeiferl haben", sagt er augenzwinkernd. Bereits in der dritten Generation führt Berger die Familientradition fort auch seine Söhne Sven und Ludwig üben schon.

Familie Berger stellt die Pfeiferl auch selbst her. "Das ist eines der wenigen Traditionsgeschäfte, die es noch gibt. Und ein Jahrmarkt ohne Vogelpfeifer ist wie ein Bett ohne Wanzen da rührt sich nichts", sagt der 45-Jährige. Laut Berger bereichern die Vogelpfeifer seit über hundert Jahren Volksfeste. Leben könne man von den Pfeiferln heute aber nicht mehr, räumt Berger ein, der hauptberuflich eine Pension im Bayrischen Wald betreibt. Ein Vogelpfeiferl besteht nach seinen Worten aus Pappe, einem Stückchen Metall und einer Ochsendarmhaut, die als Membran dient. Um Vogelgesänge nachzuahmen, legt man das Pfeiferl auf die Zunge und drückt es an den Gaumen hinter die Zähne. Dann spricht man bei geschlossenen Zähnen ein sch, sch, tsch, tsch, tschrr oder Ähnliches und fertig ist der Vogelgesang. "Das kann jeder", versichert Berger.

Wenn der Vogelpfeifer plötzlich wiehert oder quakt, werfen ihm Passanten zunächst verwunderte Blicke zu, dann lächeln sie. So auch Armin Böck aus Türkheim, der die Pfeiferl noch aus Kindertagen kennt. "Es ist nett, dass es solche traditionellen Sachen auf dem Markt noch gibt", freut sich der 23-Jährige. Nur eine Einschränkung macht der junge Mann: "Um Frauen zu bezirzen, ist es vielleicht nicht das Richtige."

Der zehnjährige Falko beherrscht die Technik noch nicht ganz, strahlt aber trotzdem. "Ich find' die Pfeife lustig, weil man damit die Vögel so gut nachmachen kann", erzählt der Bub aus Memmingen.